Lilo Ruther

Lilo Ruther, M.A.

Doktorandin

Tel.: +41 44 634 58 73

Anschrift: Religionswissenschaftliches Seminar, Kantonsschulstrasse 1, 8001 Zürich

Raumbezeichnung: KAA-E-09

lilo.ruther[at]rws.uzh.ch

Biographisches

5/2014 - 10/2007 Studium der Soziologie und Religionswissenschaft in Göttingen (D) (Tutoratsstellen am Methodenzentrum Sozialwissenschaften, Qualitative Abteilung, bei Prof. Dr. Gabriele Rosenthal; studentische Hilfskraft im Leitungsteam der Vorbereitung und Durchführung der 31. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) in Göttingen, bei Prof. Dr. Katja Triplett, Prof. Dr. Andreas Grünschloβ

09/2009 - 01/2010 Erasmus-Semester an der Universität Tartu, Estland

11/2014 - 09/2016 Assistentin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Dorothea Lüddeckens

10/2016 - 05/2017 Forschungskredit-Stipendiatin der Universität Zürich

06/2017 - 05/2018 Doc. Mobility Stipendiatin (SNF) an der Universität Helsinki, Faculty of Arts, Religious Studies, Prof. Dr. Terhi Utriainen

Arbeits- und Forschungsgebiete

  • Qualitative Sozialforschung (insbesondere rekonstruktive Verfahren)
  • Religionssoziologie
  • Ritualtheorie

Dissertationsprojekt

Ritualisierende Agency in "freien" Todesritualen in der Deutschschweiz
Seit etwa 20 Jahren gibt es in der Schweiz und in anderen europäischen Ländern deutliche Anzeichen dafür, dass in der Totenfürsorge, der Bestattung und der Abschiedsfeier die Hinterbliebenen und entsprechende DienstleisterInnen mehr und mehr Autonomie gegenüber staatlichen und den traditionell zuständigen religiösen Autoritäten einfordern. Zu den DienstleisterInnen gehören neben den Bestattungsunternehmen insbesondere sog. „Ritualleitende“. Die soziale Praxis der "freien" Rituale bildet den Gegenstand meiner Untersuchung. Mich interessieren insbesondere Veränderungsprozesse der (rituellen) sozialen Praxis.

Rituelle Veränderungsprozesse finden immer im Spannungsfeld von strukturellen Gegebenheiten und individuellen Handlungsorientierungen der Beteiligten statt. Auch die Praxis der "freien" Rituale ist von strukturellen Gegebenheiten bestimmt. Darunter fallen z.B. ökonomische Rahmenbedingungen und institutionelle Vorgaben der Bestattungsämter und der Kommunen. Zu diesen strukturellen Gegebenheiten gehören aber auch die rituellen Ordnungen des sozio-kulturellen Kontextes, wie z.B. die Form des "Segens", in denen sowohl die Ritualleitenden als auch die Teilnehmenden sozialisiert wurden. Ausserdem gehören zu den strukturellen Gegebenheiten gesamtgesellschaftliche Entwicklungen (wie z.B. Individualisierung) und damit einhergehende normativ besetzte Konzepte (wie z.B. der Wert der Autonomie des Individuums) und die Betonung von Emotion und Erfahrung. Zugleich gehe ich in meinem Projekt davon aus, dass Ritualleitende und -teilnehmende nicht durch die strukturellen Gegebenheiten determiniert sind.

Mein Vorhaben setzt deshalb an der Frage nach dem Spielraum von Handlungsmacht und zugeschriebener Wirksamkeit der AkteurInnen im Vollzug von Ritualen an, die ich als ritualisierende Agency bezeichne.

Publikationen

  • (in Vorbereitung): Ritualization of Emotions through Nature in Death Rituals.
  • (2016): Über den Tod hinaus? Zyklisches Werden und Vergehen in freien Bestattungsritualen, in: Hermeneutische Blätter 1/16, 95-109.
  • (2016): Todesrituale in der Deutschschweiz, Konzepte, Deutungen und rituelle Praktiken, Poster, Qualitative Networking Day, 22.11.16, Universität Zürich.

Vorträge

  • 2018: "Constructing Female Identity in Death Rituals", 10.01.18. Winterschool "Perspectives on Gender und Religion" 9.01-11.01.18, Universität Zürich.
  • 2017: "Emotionalising in Death Rituals", 7.03.17, Workshop des European Network on Death Rituals, 6./7.03.17, Universität Zürich.
  • 2016: "Redefining nature and gender in death rituals. Enactment and concepts in rituals outside of a religious community in German-speaking Switzerland", 21.05.16, "Deceased and Bereaved! Continuity and Change in Death Rituals", 20./21.05.16, Universität Zürich

Mitgliedschaften

  • European Network on Death Rituals
  • Qualitative Forschungsmethoden, Nachwuchsgruppe der Schweizerischen Gesellschaft für Religionswissenschaft (SGR)