USA

Bible Belt – Auf den Spuren der Evangelikalen

Wer? Studierende und Doktorierende der Religionswissenschaft und Theologie unter der Leitung von Prof. Dr. Rafael Walthert und Begleitung von Prof. Dr. Dorothea Lüddeckens

Wann? Vorbereitungsseminar Frühlingssemester 2012, Studienreise 02. Juli bis 16. Juli 2012

Wo? Südosten der USA, Bible Belt

Mit fünf Autos über die Highways der Südstaaten – unterwegs zu evangelikalen black- und mega churches wo die Bibel wort-wörtlich ausgelegt und Jesus emotional verehrt wird. So bereisten wir im Sommer 2012 bei 40 Grad im Schatten und angenehmen 20 Grad im Auto den Südosten der USA. In jeder Situation unserer Reise haben wir uns unsere wissenschaftlichen Fragen vor Augen gehalten: Wie geht man methodisch bei der Feldforschung vor? Welche Konsequenzen hat der „Fundamentalismus“? Welchen Einfluss hat die Religion auf die Politik? In einer mega church erlebten wir inmitten von 5000 Gottesdienstbesuchern eine Taufe, bei der Erwachsene in einem Taufbecken untertauchten, das wie ein riesiges Aquarium aussieht. In einer afroamerikanischen Gemeinde erlebten wir einen charismatischen Prediger, der sang, tanzte und die Leute zum Lachen und Weinen brachte. Anschliessend an diese Gottesdienste konnten wir mit Gemeindemitgliedern sprechen und – wieder unter uns – konkret über Theorien (z.B. den Charismabegriff von Weber) diskutieren. Das evangelikale Christentum ist in dieser Region allgegenwärtig. Sei dies auf jesus saves you Autoaufklebern oder in christian stores voll von christlichen Eheratgebern, Arche-Noah-Bastelbögen und Süssigkeiten mit dem Namen testamints. Die Religion prägt den Alltag und die Politik. Und auch in die Naturwissenschaft hält der evangelikale Glaube Einzug. Im Creation Museum (Cincinnati, Ohio) wurde uns die gesamte biblische Entstehungsgeschichte der Welt (Genesis) in Nachbauten aufgezeigt, von Adam und Eva bis zu Noahs Arche. Entscheidende Botschaft: Die Wissenschaft bestätigt (angeblich), dass die Welt in 6 Tagen entstand und auch der Rest der Bibel ein historischer Bericht ist.

Mirjam Aeschbach: "Beeindruckend war es, die Dimensionen dieses Landes kennenzulernen. Wir sind nicht nur stundenlang gefahren, um von Ort zu Ort zu gelangen, sondern verbrachten auch Stunden in den unzähligen Räumen und Flügeln der jeweiligen Kirchen. Zu sehen, dass die Maler von Disneyland eigens einen vollen Flügel für die heranwachsenden Gläubigen der Baptistenkirche in Atlanta gestalteten, führte mir die Grösse und den Einfluss dieser Kirchen erst vor Augen."